Gründung der NaturFreunde in Wien. Industrialisierung
und Landflucht in die Städte bringen unhaltbare soziale Mißstände
für den Stand der Arbeiter mit sich. Der Lehrer Schmiedl, ein überzeugter
Sozialist, will den Arbeitern helfen und sie hinausführen in die Natur
zum Ausgleich für den 14-Stunden-Arbeitstag und Wohnen in menschenwürdigen
Räumen. Er streut den Samen aus, aus dem eine internationale Freizeit
und Kulturorganisation der Arbeiterbewegung wächst. Mitbegründer
sind u. a. der Sensenschmied Alois Rohrauer und dessen Untermieter, der
Student Karl Renner, der später Bundespräsident von Österreich
wird.
1897
Die Zeitschrift " Der Naturfreund " erscheint. Es wird
die erste naturkundliche Gruppe in Wien gegründet. Vortragsveranstaltungen
mit Bildern (Laterna magica) finden großen Zuspruch. Wandernde Gesellen,
teils durch den Beruf verpflichtet, teils arbeitslos, tragen den NaturFreundegedanken
in alle Teile der österreichisch-ungarischen Monarchie und ins Ausland.
Der erste Sonderzug für die NaturFreunde Wien führt nach Salzburg.
1898
Der erste Sonderzug der NaturFreunde fährt von Wien
nach Salzburg.
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1900
Das erste NaturFreundeheim wird in Wien eröffnet
und erhält eine Bücherei.
1905
Die ersten Ortsgruppen außerhalb Österreichs
entstehen in Zürich /Schweiz und in München.
Rohrauer kommt am
21. Juli 1905 von Wien nach München und wirbt in einer Veranstaltung
im Gasthaus Amalienburg für die Gründung einer Ortsgruppe.
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1906
Die NaturFreunde starten die Aktion " Verbotener Weg ".
Während heute der freie Zugang zu den Bergen, Wäldern und Seen
durch die Verfassung geschützt ist, haben 1906 die Grundbesitzer noch
die Möglichkeit, den Zugang zu verweigern. Dr. Wilhelm Hoeger, begeisterter
Naturfreund und später Ministerpräsident Bayerns, fügt schon
im Exil dem Entwurf einer Bayrischen Verfassung den Artikel ein, wonach
der freie Zugang zur Natur Verfassungsrecht ist. Diese Verfassung ist heute
oberstes und gültiges Gesetz im Freistaat.
1907
Das erste NaturFreundehaus wird am Padasterjoch in Tirol
eröffnet. Tausende von NaturFreunden kommen in Sonderzügen zur
Eröffnung. Nationalrat Dr. Karl Renner und Alois Rohrauer sprechen
bei der Festveranstaltung.
1910
In New York wird die erste amerikanische Ortsgruppe gegründet.
Die Ortsgruppe München eröffnet ihr erstes NaturFreundehaus "
Musauer Alm " in den Tannheimer Bergen. Im Norden Deutschlands bauen die
Hamburger NaturFreunde das Haus in Maschen, am Rande der Nordheide. 400
Münchner NaturFreunde bringt ein Sonderzug nach Luzern, für diese
Zeit ein großes Ereignis. In Österreich starten die NaturFreunde-Sonderzüge
nach Triest und Venedig. Das Kapitel Volksreisen wird aufgeschlagen.
1911
Die Ortsgruppe Hannover wird gegründet.
Die erste Bergsteigergruppe Bayerns wird in Nürnberg
gegründet. Zwei Jahre später nehmen an einer ersten Münchner
Kinderwanderung 500 Kinder teil.
1914
Gründung der OG Paris. Mit dem Beginn des ersten
Weltkrieges endet die erste große Aufbauphase der NaturFreundebewegung.
1919
In München gründet sich eine naturkundliche
Arbeitsgruppe. In den Gauen Nord- und Südbayern entstehen die ersten
Jugendgruppen.
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1921
Eröffnung einer gemeinsamen Geschäftsstelle
in Nürnberg. Gründung der "Vereinigten Kletterabteilung" in Sachsen,
die in den späten zwanziger Jahren die Keimzelle des antifaschistischen
Widerstands, weit über ihren Heimatbereich hinaus, wird.
1922
Fertigstellung des NaturFreundehauses
am Lönssee durch die OG Hannover.
1926
Die NaturFreundebewegung, ursprünglich als Wandergruppe
der Wiener Sozialdemokraten entstanden, hat sich weit über Europa
verbreitet. Alle Ortsgruppen gehören dem Zentralverein in Wien an.
Aus organisatorischen Gründen entstehen Landesorganisationen. Es wird
in Würzburg die Reichsgruppe Deutschland ins Leben gerufen. Gründung
der NaturFreundejugend Deutschlands.
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1933
Die deutsche NaturFreundebewegung wird verboten, die Häuser
werden beschlagnahmt, Funktionäre verhaftet.
1934
Verbot der österreichischen NaturFreunde durch die
Dollfuß-Regierung. Sitz der NFI wird Zürich.
1935
Gründung der "Nature Friends of Palestine".
1939
Beginn des Zweiten Weltkrieges. Zerschlagung der NaturFreunde
in allen von deutschen Truppen besetzten Ländern.
1943
Zusammenschluss der NaturFreunde in Schweden.
1945
Die NaturFreunde Amerikas fordern über ihre Sender
die deutschen NaturFreunde auf, wieder mit der Arbeit zu beginnen. Vereinzelt
kommt es zu Wiedergründungen. Dies trotz Hunger und Not. Abends ist
Ausgangsverbot. Zudem gibt es fast keine Lokale mehr. Die NaturFreundehäuser,
die nicht zerstört sind werden mit Flüchtlingen belegt. Die Besatzungsmächte
unterstützen die Bemühungen zur Wiedergründung oder zur
Rückgabe der NaturFreundehäuser sehr unterschiedlich.
1946
Erste Kontaktaufnahme der NFI mit deutschen NaturFreunden
in Singen/Hohentwiel.
1953
Einweihung des NaturFreundehauses
in der Eilenriede durch die Ortsgruppe Hannover.
1956
NaturFreunde werden Mitglied im Deutschen Naturschutzring.
Ein Jahr später besetzen sie den Knechtstand bei Bremen, um Übungen
britischer Bomberverbände (Abwürfe scharfer Bomben) zu verhindern.
Die NaturFreundejugend hatte sich schon 1947 gegen die Führung und
Vorbereitung von Kriegen ausgesprochen.
1961
Beteiligung der NaturFreundejugend an den Ostermärschen
der Atomwaffengegner.
1963
Bundesversammlung in Heilbronn. Elf Jahre, bevor die erste
politische Partei vor der Vernichtung unserer natürlichen Lebensgrundlagen
warnt, stellen die NaturFreunde ihren Kongreß ganz in das Zeichen
der kommenden Gefahren. Das Echo ist gewaltig, die Spötter werden
weniger.
Bildung der Arbeitsgemeinschaft für Familienferien
und Familienerholung mit der Arbeiterwohlfahrt.
1965
Expeditionen gehen in den fernen Hindukusch und in die
Anden, eine Spitzbergen Expedition folgt. Berichte darüber füllen
große Säle.
1974
1. Umweltkongress der NaturFreunde-Internationale (NFI)
in Bregenz. Außer Deutschland und Österreich kann kein Landesverband
ein umfassendes Konzept vorlegen. Selbst in der Schweiz, später am
härtesten bei Umweltverletzungen, denkt noch an Erschließen
und weiteres Wachstum. Trotzdem gehen von dieser Konferenz Impulse aus.
1975
Gründung der NaturFreunde-Jugend-Internationale.
Beitritt der finnischen Organisation "Työvaeen Tetkellyliitto" zur
NFI.
1985
90 Jahre weltweite NaturFreundebewegung werden gebührend
gefeiert.
1987
Die in Kulmbach durchgeführte Landesversammlung beschließt,
alle NaturFreundearbeit in Bayern dem Umweltschutz unterzuordnen. Hierzu
schafft die bayrische NaturFreundejugend Merkblätter, wie satzungsgemäße
Sportarten mit der Umweltarbeit koordiniert werden können.
1990
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands sind die NaturFreunde
bestrebt, die Häuser im Ostteil des Landes zurückzugewinnen und
auszubauen.
1992
Erster Bundeskongress mit den ostdeutschen Landesverbänden
in Königslutter.
1993/94
Landschaft des Jahres: Die Odermündung.
1995
Die NaturFreunde-Bewegung feiert ihr 100-jähriges
Bestehen. Aktion: 100.000 Bäume. Internationale Feierlichkeiten. Stafette
von der Odermündung bis zu den Alpen.
1995/96
Landschaft des Jahres: Die Alpen.
1997
Das NaturFreundehaus
am Lönssee feiert sein 75-jähriges Bestehen.
1997/98
Landschaft des Jahres: Die Odermündung.
1998
Das bundesweite Projekt
"Gemeinsam ontour" startet. Es umfasst umweltverträglichen
und sozialverantwortlichen Regionaltourismus und wird durch die Deutsche
Bundesstiftung Umwelt gefördert.
1999 und 2000
Das Projekt "Gemeinsam ontour" ist Schwerpunktthema der
Ortsgruppe Hannover.
2000
Der Wettbewerb im Rahmen von Gemeinsam
Ontour findet im Juli seinen Abschluss mit der Prämierung
der Gewinner.
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2005
Die NaturFreunde Deutschlands feiern ihr 100-jähriges Bestehen. Bundesweit finden Veranstaltungen und Ausstellungen statt. Die NaturFreunde Hannover beteiligen sich mit einem Sommerfest und vielen anderen Aktivitäten am Jubiläum.
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